KOSTENLOSER VERSAND AB 20€ & RÜCKVERSAND - KAUF AUF RECHNUNG - 30 TAGE RÜCKGABERECHT KOSTENLOSER VERSAND AB 20€ & RÜCKVERSAND - KAUF AUF RECHNUNG - 30 TAGE RÜCKGABERECHT

mein warenkorb (0)

kontakt
info@ettics.de
shop-info

mo-sa, 10:00-19:00

wegbeschreibung

ruhrstr. 10

58452 witten

***

kaiserstr. 52

44135 dortmund 

ruhrstr. 10

58452 witten

***

kaiserstr. 52

44135 dortmund 

mo-sa, 10:00-19:00

berge an kleidung: warum lockdown und fast fashion keine freunde sind
· · · kommentare

berge an kleidung: warum lockdown und fast fashion keine freunde sind

· · · kommentare

von cristina morales- de la cruz tischler und mathilda greinert 

seit mitte dezember 2020 haben die geschäfte aufgrund der entwicklungen der corona-pandemie wieder geschlossen. dadurch fallen in vielen bereichen einnahmen weg, die fest eingeplant waren und den händler:innen ihre existenz sichern sollten.

 die modebranche trifft es besonders hart: seit dem start des lockdowns mitte dezember letzten jahres haben sich in deutschland circa 500 millionen unverkaufte kleidungsartikel angesammelt. ja, ihr habt richtig gelesen: 500 millionen! die ware staut sich im lager an– große ketten wie H&M und co erhalten teilweise wöchentlich neue ware, die gerade nicht verkauft werden kann.

 denn trotz der möglichkeit, die ware online zu verkaufen generieren modehändler:innen zur zeit deutlich weniger umsatz. der textilhandel lebt von der möglichkeit, kleidung vor ort anprobieren zu können, so überrascht eine retourenquote von 40 bis 70 prozent nicht. außerdem hat laut der tagesschau auch der onlinehandel bis zu 35 prozent einbußen.

besonders problematisch wird es bei den saison-artikeln. denn wenn im frühjahr voraussichtlich die geschäfte wieder öffnen dürfen, wer will dann noch eine winterjacke und einen wollpullover?

 

was passiert denn nun mit all der liegen gebliebenen kleidung?

üblicherweise wird übrig gebliebene ware der einen kollektion nach und nach im sale verkauft. durch den lockdown ist die lage jedoch so drastisch geworden, dass es zu einem regelrechten stau an kleidung kommt.

die organisation greenpeace befürchtet, dass der großteil der kleidung einfach vernichtet wird. im besten fall werde diese geschreddert, denn so sei eine stoffliche verwertung möglich. fast fashion labels wie H&M haben in vergangenheit jedoch bereits durch anschuldigungen, ungetragene kleidung zu verbrennen für aufsehen gesorgt. auch die edelmarke Burberry hat laut greenpeace ladenhüter im wert von über 100 millionen euro verbrannt. inzwischen habe die firma das verbrennen jedoch aufgrund von protesten eingestellt. greenpeace reagiert nun mit einem offenen brief an die zuständigen behörden mit einem appell an die modekonzerne, die ware nicht zu vernichten.

 

fast fashion – selbst schuld?

dieses riesenproblem entsteht überhaupt erst durch eine übermäßige produktion an kleidung. bis zu 24 kollektionen bringen fashion-giganten jährlich auf den markt. weit mehr als wir überhaupt tragen können und in unsere kleidungsschränke passt. sie stillen die unbändige kauflust der konsument:innen nach stets neuen styles. was heute in ist, ist morgen schon out. im durchschnitt kaufen wir in deutschland 60 neue kleidungsstücke pro jahr – dabei wird jedes fünfte kleidungsstück das wir besitzen so gut wie nie getragen. verrückt oder?

große marken und fashion retailer haben ihre bestellungen in den fabriken bangladeschs teilweise storniert oder fertige ware nicht entlohnt. die folge war, dass über 2 millionen textilarbeiter:innen nicht bezahlt wurden und um die 10.000 von ihnen ihre arbeit verloren.

generell stellt sich nun die frage, warum saisonware nicht einfach ein jahr später verkauft werden kann? die aufgestaute saisonware müsste eingelagert werden, was sich für modegiganten finanziell weniger lohnen würde als die kleidung einfach zu entsorgen. eine weitere herausforderung ist die komplexität der bekleidungsbranche. so müssen aufträge schon sechs monate im voraus platziert werden. das macht es durchaus schwierig auf unerwartete änderungen, wie zum beispiel die corona-krise und nicht vorhersehbare lockdowns kurzfristig zu reagieren.

 

wie geht es der fair fashion branche?

dass das vernichten von nicht verkaufter kleidung für die fair fashion labels und händler:innen keine option darstellt, dürfte klar sein. im gegensatz zur konventionellen modeindustrie profitiert die fair fashion branche von dem steigenden bedürfnis nach nachhaltigem konsum während der pandemie. demnach möchten 54 prozent der verbraucher:innen vermehrt in umweltfreundliche produkte investieren. nachhaltige kleidung schafft es nach und nach raus aus der nische zum festen bestandteil des sortiments. ein anstoß hierfür hat der erste lockdown im zuge der corona-krise gegeben. nichtsdestotrotz geht auch die fair fashion branche nicht als gewinner aus der krise. denn auch hier sind die geschäfte geschlossen und es fehlt an kund:innen. es lässt sich nur hoffen, dass zukünftig bewusster konsumiert wird und nur das produziert wird, was gebraucht wird.

 

wie sieht es bei unseren nachbarn in österreich aus?

österreich hat seit dem 08. februar 2021 lockerungen veranlasst und unter anderem die geschäfte wieder geöffnet.

an jenem montag war in den einkaufsstraßen des landes doppelt so viel los wie an einem gewöhnlichen werktag. angelockt von massenweise rabattaktionen stürmten die menschen in die läden. jedoch lasse sich trotz alledem das umsatzminus nicht aufholen, davon ist der handelsobmann der wirtschaftskammer österreich, rainer trefelik, überzeugt.

In deutschland rechnen unternehmen erst ende november 2021 mit einer rückkehr zum normalbetrieb des modehandels. – aber auch das sind nur prognosen.

 

 

Quellen:

https://fashionchangers.de/2020/04/30/eine-branche-im-stillstand-wie-kaputt-ist-die-modeindustrie

https://fashionunited.de/nachrichten/business/gruene-mode-ein-verbrauchertrend-den-die-pandemie-verstaerkt/2020072236459

 https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20151123_greenpeace_modekonsum_flyer.pdf

https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/textilindustrie/zu-viel-zu-schnell

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/coronavirus-modebranche-100.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/mode-corona-lagerbestaende-winterkollektion-101.html

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/coronavirus/Nicht-verkaufte-Kleidung-Wegwerfen-statt-Spenden,kleidung204.html

https://www.textilwirtschaft.de/business/news/modemarktzah-de-woch-wan-modehaendle-mi-eine-rueckkeh-z-normalitae-rechne-modehaendle-rechne-fruehesten-i-zeh-monate-mi-rueckkeh-zu-normalbetrie-229319

https://www.textilwirtschaft.de/business/news/shutdown-in-oesterreich-endet-modegeschaefte-duerfen-wieder-oeffnen-es-gab-keinen-run-auf-winterware-229373

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/oesterreich-lockdown-oeffnung-101.html

https://www.textilwirtschaft.de/business/news/corona-pandemie-positive-zwischenbilanz-am-ersten-einkaufstag-229376